Müller-Catoir stellt Siegerwein — Weingut Müller-Catoir

Müller-Catoir stellt Siegerwein

Neustadt. Welches Weingut darf rund 1.500 Flaschen für den in Normaljahren stattfindenden Herrenweinabend im Saalbau Neustadt liefern? Die Frage nach dem Siegerwein konnte zwar im Rahmen der traditionellen Blindverkostung  beantwortet werden - als weniger erfreulich entpuppte sich die am nächsten Tag in unserer Redaktion eintreffende Botschaft, dass der gute Tropfen aus dem Hause Müller-Catoir Ende Januar leider nicht an die 1.000 Herren verabreicht werden kann.

 

"Angesichts der katastrophalen Entwicklung der letzten Tage blieb letztlich keine andere Wahl, als den Herrenweinabend abzusagen", bedauert Prof. Dr. Frank Sobirey, der Vorsitzende der Liedertafel. Knisternde Spannung lag am Sonntagabend im Sängerheim der Liedertafel  in doppelter Hinsicht in der Luft: Zum einen herrschte bis zu diesem Zeitpunkt Unsicherheit darüber, ob der Herrenweinabend 2022 überhaupt stattfinden kann. Zum anderen stellte sich die Verkostung als ein außergewöhnlich aufregendes, mit einer Stichwahl endendes Kopf-an-Kopf-Rennen dar.

 

Aber der Reihe nach: Dass der Herrenweinabend sorgfältig vorbereitet wird, in diesem Fall in Form einer Blindverkostung Mitte November, versteht sich für eine ehrenwerte Gesellschaft wie den „Philharmonischen Chor Liedertafel Neustadt an der Weinstraße e.V.“ von selbst. 2017 waren es 150 Jahre, dass die Liedertafel gegründet wurde und 2021 sollte der 125. Herrenweinabend gefeiert werden. Pandemiebedingt wurde die Jubiläumsveranstaltung verschoben. Der Ort der Weinverkostung, das Heim der Liedertafel, liegt am Ende eines abenteuerlichen Pfades in einem Waldstück oberhalb der Neustadter Karolinenstraße. Umrahmt von Plakaten großer Aufführungen ist der Vorstand mit Beirat der Liedertafel versammelt.

 

Hinzu kommen weinverständige Gäste sowie Akteure des Herrenweinabends. Dazu gehört Rüdiger Böckmann, der durch seine Bühnenerfahrung das musikalische Programm des Herrenweinabends mit verantwortet. Traditionell ist die Weinbruderschaft der Pfalz vertreten – mit Ordensmeister Oliver Stiess, der auch Präsident der deutschen Weinkommissionäre ist, Großmeister Fritz Schumann, Kapitelmeister Harald Weber sowie Kellermeister Thomas Weihl, der das Weinbauamt in Neustadt leitet. Mit dabei sind Vertreter der Politik wie der ehemalige Beigeordnete Dieter Klohr.

 

„Auch wenn es die pandemische Lage unsicher macht, ob der Herrenweinabend stattfindet, sind wir die Prämierung den Winzern schuldig, die sich jährlich dem Wettbewerb stellen“, betont Frank Sobirey zu Beginn. Im Wettbewerb stehen diesmal nur 13 Flaschen. „In der Regel sind es 20 bis 25“, stellt Karl Gauggel, Schriftführer der Liedertafel, fest. Viel Zeit nimmt sich der Kreis für die Bewertung und muss am Ende die Entscheidung treffen, welcher der Weine drei, zwei oder einen Punkt erhält. Durchgesetzt hatte sich in den letzten Jahren ein trockener Riesling, daher ist nicht einmal ein halbtrocken ausgebauter Wein im Rennen. Trotz aller Routine geschah 2021 Historisches.

 

Erstmals gab es ein Stechen zwischen zwei Weinen. Nach abermaliger Verkostung, die ebenfalls denkbar knapp mit einer Stimme Unterschied ausging, siegte das Weingut Müller-Catoir mit einem 2020er Riesling trocken, VDP-Gutswein, 12 % Vol. in der Literflasche. Auf dem zweiten Platz landete das seit diesem Jahr von Hans-Christoph Stolleis geführte Weingut Peter Stolleis mit einem 2020er Gutsriesling trocken, 11,50 % Vol. in der 0,75 Literflasche. Drittplatzierter ist Oliver Zeter mit einen 2020er Riesling trocken, 12,00 % Vol.

 

„Bei beiden Siegerweinen wären wir gut aufgehoben gewesen“, resümiert Oliver Stiess in seiner abschließenden Würdigung die Entscheidung. „Der Riesling von Müller-Catoir ist etwas säurebetonter als der von Stolleis, wobei die Säure gut in das Gesamtkonzept des Weines eingebunden ist.“ Einen Namen hat sich der Ordensmeister der Weinbruderschaft auch bereits einfallen lassen. In der Hoffnung, dass der Herrenabend auch tatsächlich stattfindet, schlägt er den Namen `Coronakiller´ vor.

 

Michael Landgraf | Wochenblatt Neustadt | 16.11.2021

 

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gepostet am 16.11.2021   —   PDF

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